Die Vision

Das langfristige Projekt-Konzept von Einfach Erden fokussiert sich auf die drei großen Teilbereiche, in denen wir die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sehen. Entsprechend eines sozio-ökologischen Systemansatzes sind die Teilbereiche Ökologie, Soziales und Ökonomie jeweils einzeln adressiert. Dabei werden Wechselwirkungen und Synergien zwischen den einzelnen Projektteilen bewusst herausgearbeitet und unterstützt.

Die Gründung einer vielfältigen, regenerativen Landwirtschaft dient zur Deckung der metabolischen Bedürfnisse des Projektes und der Region. Zusätzlich werden attraktive Lern- und Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen. Die Ernteüberschüsse werden solidarisch in der Region vermarktet. Direktvermarktung und der Fokus auf eine ganzheitlich genutzte Wertschöpfungskette ermöglichen die Entwicklung eines Leitbildes, das nach dem Motto „Low-Cost“ und „Low-Input“ (geringe finanzielle Kosten, geringer externer Ressourcen-Einsatz) den landwirtschaftlichen Unternehmungen nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht: Während der Einsatz fossiler Energieträger und chemische Einsatzstoffe minimiert werden, steht die Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel im Zentrum, während Biodiversität, Wildhabitate und Bodenleben aktiv gefördert werden, Mutterboden aufgebaut und Ernährungssouveränität geschaffen wird.

  • Kurzfristig ist der Aufbau eines biointensiven, artenreichen, pfluglosen Gemüse- und Kräutergartens, sowie eine mobile Hühnerhaltung vorgesehen. Zusätzlich werden verschiedene alte Haustierrassen und Honigbienen in Kleinstbeständen gehalten und ergänzen saisonal die Produktvielfalt. Vermarktung erfolgt nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft in Form von Gemüsekisten mit der Möglichkeit Eier und weitere Produkte hinzu zu buchen.
  • Mittelfristig sollen verschiedene Sprossengemüse sowie Speise- und Edelpilze angebaut werden und eine projekteigene Event-Gastronomie aufgebaut werden. Ergänzende Aquakulturen sind je nach Potential des Projektgrundstücks in der Diskussion.
  • Langfristig ist der Aufbau von Agroforst-Systemen geplant, in denen verschiedene Silvoarable und Silvopastorale Konzepte erprobt und demonstriert werden sollen. Fokus ist stets ganzheitlich systemorientiertes Management, der Aufbau sowie Erhalt und Schutz der ökologischen Integrität.

Eine inklusive Projektgemeinschaft von offenen und motivierten Menschen arbeitet in diversifizierten Beschäftigungsbereichen synergetisch zusammen und unterstützt sich in Arbeit und Privatleben. Lehrveranstaltungen und Ausbildung in verschiedenen Bereichen sollen Bewusstsein schaffen, Motivation entwickeln und zu regenerativen Handlungen befähigen. Offene Veranstaltungen & Projektführungen sorgen für den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Region. Zusammenarbeit mit benachbarten kleinen und mittelständischen Betrieben ermöglicht eine gemeinsame Entwicklung des Regionalkontexts. Über Freiwilligenprogramme (Freiwilliges Ökologisches/Soziales Jahr (FÖJ, FSJ), WOOFING, European Voluntary Service, Praktika & Kurzzeitaufenthalte) wird ein reichhaltiger Austausch außerhalb der bekannten Umstände ermöglicht.

  • Kurzfristig ist ein sukzessives Teilhaber-Modell (Erwerb von Projektanteilen über Zeit) vorgesehen. Es soll Jungunternehmern den Projekteinstieg mit wenig Kapital ermöglichen und möglichst diverse Unternehmer mit regenerativen Geschäftsideen ansprechen. Die Möglichkeit für Lehr- und Gemeinschaftsveranstaltungen ergibt sich aus der Vielfalt der sich ansiedelnden Projektpartner.
  • Mittelfristig: Schaffung eines Arbeits- & Wohnraums für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Partizipation und tatsächliche Integration von unterschiedlichen Kompetenzen und Fähigkeitsstufen in allen möglichen Bereichen.
  • Langfristig wird der Aufbau eines Mehrgenerationen-Projekts angestrebt, in dem sich verschiedene Talente und Bedürfnisse ergänzen und sich eine vielschichtige und damit resiliente Gemeinschaft bildet.

Verschiedene internetbasierte und arbeitsplatzungebundene Unternehmungen dienen zur Eingliederung des Projektes und ermöglichen auch den Austausch mit urbanen und internationalen Zentren. Zusätzlich ist über die geplanten Kurzzeitaufenthalte der Besuch von externen Projektpartnern möglich und kann mit Fortbildungs- und Coaching-Angeboten ergänzt werden. So wird die Transition zu einer regenerativen Lebensweise in den vielschichten Gesellschaftsebenen angestrebt. Finanzstarke Projektmitglieder können sich gemeinnützig einbringen und finden dafür Platz in der Gemeinschaft, um handfeste und erdige Ideen zu erproben, während sie über das Teilhabermodell die wirtschaftlichen Erfolge des Projektes teilen. Wirtschaftlich weniger profitable Projektteile werden, wenn eine ökologische und/oder soziale Gemeinnützigkeit im Sinne des ganzheitlichen Managements für das Gesamtprojekt besteht, durch monetär profitablere Projektsektoren quersubventioniert.

  • Kurzfristig: Etablierung eines Beratungs- und Fortbildungsunternehmens das sämtliche Profite in das Einfach Erden Projekt reinvestiert.
  • Mittelfristig: Aufbau eines offenen Gemeinschaftsarbeitsplatzes für arbeitsplatzunabhängige Unternehmer (Open-Coworking spaces). Etablierung kleiner ökologischer Wohneinheiten, Demonstration nachhaltiger Wohnkonzepte & Vermietung für Kurzzeit-Besucher.
  • Langfristig: Gründung einer Akademie/ eines Vereins oder einer Stiftung zur politischen Arbeit und weiteren Verbreitung der konzeptionellen Grundsätze. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen stellt eine weitere, langfristige Option dar.